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DrehbÜcher

Wie werden Drehbücher lektoriert?

Der Plot

  • Gibt es einen überzeugenden, spannenden Hauptkonflikt?
  • Ist die Handlung glaubwürdig und in sich schlüssig?
  • Gibt es originelle Elemente beziehungsweise werden bekannte Versatzstücke neu und anders erzählt?
  • Ist das Ende überzeugend oder wirkt es aufgesetzt?
  • Wird ein Zeitgefühl angesprochen und kann sich der Zuschauer wiederfinden?

Die Struktur

  • Wird rasch erkennbar, worum es geht (Exposition)?
  • Trägt der Spannungsbogen bis zum Ende?
  • Gibt es überraschende Wendungen?
  • Werden Ursachen und Wirkungen logisch verbunden?
  • Ist der Aufbau sehr komplex (Zeitsprünge, Rückblenden, viele Parallelstränge)?
  • Ist das Tempo zügig oder gibt es Wiederholungen, Durchhänger usw.?


Die Figuren

  • Ist die Hauptfigur klar erkennbar?
  • Bietet sie Identifikationspotenzial?
  • Durchläuft der Protagonist eine nachvollziehbare Entwicklung?
  • Sind die Figuren lebensnah und vielschichtig charakterisiert?
  • Handeln sie aus ihrem Charakter heraus und haben sie greifbare Motive?


Der Dialog

  • Sprechen die Figuren oder handelt es sich um einen auf Rollen verteilten Monolog des Autors?
  • Charakterisiert der Dialog die Figuren beziehungsweise entspricht er ihrem Wesen?
  • Wirkt die Sprache lebensnah und authentisch?
  • Gibt es Subtext, eine Botschaft zwischen den Zeilen?


Das Visuelle

  • Ist eine besondere „Optik“ für den Film vorgesehen?
  • An welchen Hauptorten spielt die Geschichte?
  • Gibt es besondere Schauwerte (Stunts, aufwendige Actionszenen, historische Kulissen usw.)?
  • Sind Special Effects vorgesehen beziehungsweise notwendig?


Das Umfeld

  • Gibt es ähnliche Projekte, die erfolgreich waren?
  • Liegt der Stoff im Trend?
  • Wird die Realisierung kostenintensiv?
  • Welches Zielpublikum wird angesprochen?
  • Welcher Sendeplatz wäre ideal?
  • Gibt es Einschränkungen für die Altersfreigabe?
  • Ist eine Vermarktung im Ausland denkbar beziehungsweise eine internationale Koproduktion?

 

Neun Gründe für eine Ablehnung

  • Schlechter Stil
    Spielen Sie mit Wörtern - seien Sie kreativ. Sie wollen die Essenz der Dinge darstellen, keine ermüdenden, steifen, unverdaulichen Beschreibungen abliefern. Schlichte, deutliche Sätze mit starken Verben haben die meiste Aussagekraft.

  • Alberner Plot
    Stopfen Sie die Löcher in Ihrem Plot. Verzichten Sie auf wundersame Wendungen und billige Tricks, die Ihre Hauptfigur ganz plötzlich und aus dem Nichts retten.

  • Schlampige Form und unprofessionelle Präsentation
    Für den Leser ist eine jämmerliche Präsentation oder eine mangelhafte Formatierung genauso übel wie schlecht ausgearbeitete Figuren. Lesen Sie außerdem so viele Skripts wie möglich. Sehr viele Drehbücher werden zugeschickt, deren Autoren sich weder um das richtige Format noch um Rechtschreibung kümmern. Das bedeutet, dass der Autor sich wahrscheinlich auch nicht die Mühe gemacht hat, ein wirklich gutes Manuskript zu schreiben. Ein Lektor hat sich bereits von vornherein ein negatives Urteil gebildet, das dem Manuskript des Autors sofort das Genick brechen kann.

  • Schlechtes Timing
    Bei Charakterisierungen will man nicht zu wenig über die Charaktere wissen, aber auch nicht zu viel. Ein Schlüssel für erfolgreiche Schreibarbeit ist das Wissen, wann man welche Informationen in das Buch einfließen lässt. In William Goldmans oscargekröntem Buch „Butch Cassidy und Sundance Kid“ erfahren wir erst sehr, sehr spät, dass Butch noch nie einen Menschen getötet hat, und zwar erst in dem Moment, als er sich der Situation stellen muss. Verderben Sie dem Leser nicht die Überraschung, indem Sie die Katze zu früh aus dem Sack lassen. Geben Sie Ihren Zuschauern erst dann Informationen, wenn sie sie brauchen.

  • Holprige Dialoge
    Im Anfangsstadium sollten Sie Dialoge einfach nur herunterschreiben. Kümmern Sie sich nicht darum, wie sie klingen. Wenn Sie einmal in Schwung sind, lassen Sie sich mitziehen, lassen Sie Ihre Figuren reden, lassen Sie sie Worte verwenden, die die Story voranbringen und durch die sie etwas von sich selbst preisgeben. Wenn Sie nicht die richtigen Worte finden können, dann nehmen Sie irgendwelche. Wenn sich Ihre Figur nicht besonders gut fühlt, dann lassen Sie sie einfach sagen „Ich fühle mich beschissen“, und überarbeiten Sie die Sätze später.

  • Unwahrscheinliche Schauplätze
    Falls Sie für eine bereits laufende Serie schreiben, dann sparen Sie sich Kreativität in Bezug auf Schauplätze. Ich habe sehr gute Manuskripte von Autoren gelesen, die, aus überschäumender Kreativität heraus, NYPD Blue (New York Police Department) in einen schicken Ort auf Long Island verlegt haben.

  • Abgeleitete Plots
    Kommen Sie nicht auf die Idee, einen bekannten Plot mit einem Tennisprofi auf einen Golfprofi zu übertragen. Auf diese Art schaffen Sie keinesfalls etwas Originelles!

  • Plausibilität
    Gibt es etwas in Ihrem Skript, das nicht funktioniert, obwohl Sie nicht benennen können, was es ist? Strengen Sie sich vielleicht zu sehr an, etwas passend zu machen, was einfach nicht passen will? Vertrauen Sie nicht darauf, dass Ihr Publikum es nicht merken wird. Es spürt dasselbe wie Sie und wird Ihre Geschichte ablehnen.

  • Budgets
    Toben Sie sich nicht in Bezug auf Schauplätze und Figuren aus. Halten Sie ich an das, was bereits existiert. Noch einmal: Es geht um schlichte Plots und komplexe Charaktere – nicht andersherum. Vergessen Sie nicht, dass Film und Fernsehen neben der Kunst vor allem auf Profit aus sind. Der Produzent achtet nicht nur auf Ihre Figuren und Ihre Storyline, er ist sich der Kosten, die damit verbunden sind, stets sehr bewusst.



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