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MPEG

[Abk. für Moving Pictures Experts Group, dt. »Expertengruppe für bewegte Bilder«]

MPEG, eine Arbeitsgruppe der internationalen Normungsorganisation ISO/IEC. Die MPEG setzt und entwickelt in Zusammenarbeit mit der Industrie Normen für die Wiedergabe digital kodierter Bilder und Töne, die jeweils nach der Expertengruppe benannt werden. Bisher hat die MPEG drei Normensysteme verabschiedet, nämlich MPEG-1 für die Video-CD, MPEG-2 für DVDs und digitales Fernsehen und den Multimediastandard MPEG-4. Das als MP3 bezeichnete Audiowiedergabeverfahren basiert auf MPEG-1 Layer 3 (dem Kapitel des Standards, das sich mit Audioformaten befasst). Da damals ein weiterer MPEG-Standard erst angedacht war, schliff sich die Umbenennung zu MP3 in den Sprachgebrauch ein. Eine MPEG-3 genannte Norm (nicht mit MP3 zu verwechseln!) wurde zwar ebenfalls entwickelt (für das hochauflösende Fernsehen HDTV), sie kam aber als separate Norm nie zum Einsatz, sondern ging in MPEG-2 auf. Zwei weitere Normen (MPEG-7 und MPEG-21) sind derzeit noch nicht vollendet.

Die Arbeit der Gruppe zielt im Wesentlichen auf die Komprimierung und Wiedergabe von Filmen und Tönen ab. Eine ähnliche Arbeitsgruppe, die JPEG, befasst sich mit der Komprimierung von Standbildern. Das grundlegende Konzept von MPEG-1 bis MPEG-4 basiert auf dem Gedanken der Redundanzunterdrückung: In vielen Filmsequenzen ändern sich die Hintergründe nur wenig, von Bild zu Bild treten also nur geringe Unterschiede auf. Um die Bilddaten für die Speicherung und für ihre Wiedergabe in Computer, Kabel- und Satellitenfernsehen möglichst effizient zu machen, ohne dass die Bildqualität wesentlich darunter leidet, werden daher in jedem Bild nur Informationen über Änderungen gespeichert. Die weitgehend konstanten Hintergründe werden in einem sog. Key Frame (dt. »Schlüsselbild«) gehalten und von den folgenden Bildern von dort übernommen. Für die Aufnahme einer Person, die beispielsweise vor der Kulisse eines Waldes läuft, müsste man daher den Hintergrund des Waldes in einem Key Frame speichern, während die Bewegung der Person sowie der durch die Blätter streichende Wind in den Einzelbildern festgehalten würde. Dadurch lassen sich sehr hohe Kompressionsverhältnisse bis etwa 150:1 erreichen, was allerdings bereits einen Qualitätsverlust nach sich zieht. Bilder mit einer Kompressionsrate von 25:1 bis 50:1, weit höher als die bei Standbildern mögliche Kompression, weisen dagegen nur geringe Qualitätseinbußen auf.

MPEG-Daten müssen mit sog. Decodern abgespielt werden, wobei es sich um reine Software-Lösungen, also Anwendungsprogramme für ein bestimmtes Betriebssystem, oder Hardware in Form externer Decoder handeln kann. Letztere werden beispielsweise auch schon beim digitalen Fernsehen eingesetzt, sie sind jedoch im Rahmen des MPEG-Standards noch nicht vereinheitlicht. Zeitweilig waren auch spezielle Erweiterungskarten in Gebrauch, meist als MPEG-Karten bezeichnet, mit denen das Abspielen von MPEG-Videos möglich wurde. Sie mussten mit der Grafikkarte verbunden werden und enthielten die notwendigen Decoder auf entsprechenden Speicher-Chips. Beispiele von Anwendungsprogrammen sind der mit Windows ausgelieferte Mediaplayer, die MPEG-Player der Firma Xingtechnology Inc. oder die für Unix konzipierten Abspielprogramme der Berkeley Plateau Research Group.

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