[Abk.
für Moving Pictures Experts Group, dt. »Expertengruppe
für bewegte Bilder«]
MPEG-4 ist
eine noch nicht vollständig abgeschlossene
Norm, deren grundlegende Inhalte jedoch 2000 als
ISO/IEC 14496 akzeptiert wurden. Die Norm behandelt
die Gebiete digitales Fernsehen, interaktive Grafikanwendungen
(etwa Spiele) sowie interaktive multimediale Inhalte,
die beispielsweise im WWW angeboten werden. Ziel
der Norm ist es, die Komposition audiovisueller
Inhalte in einem einheitlichen Format zu ermöglichen,
unabhängig davon, ob es sich um tatsächliche
Aufnahmen oder vollständig von einem Computer
generierte Inhalte handelt. Die Daten können
aus unterschiedlichen Quellen stammen und werden
durch die in der Norm beschriebenen Verfahren so
zusammengefügt, dass beispielsweise ein Schauspieler
vor einem computeranimierten Hintergrund erscheint.
Die Übertragungsmedien müssen dabei,
je nach Inhalt der Daten, Übertragungsraten
zwischen 5 Kbit/s und 10 Mbit/s zur Verfügung
stellen können, was Werten von 640 Byte/s
bis hin zu 1280 KByte/s entspricht. Die Norm stellt
hohe Anforderungen an die Beschreibung der Daten,
da beispielsweise Bereiche transparent geschaltet
oder mit neuer Textur versehen werden können.
Auch wird nun die Form eines grafischen Objekts
übergeben, sodass verschiedenen Bildinhalte übereinander
geschoben werden können, ohne dass Qualitätsverluste
in einzelnen Bereichen auftreten. Durch eine spezielle
Behandlung der feinen Details soll die Qualität
der Aufnahmen weiter steigen. Neu in MPEG-4 sind
dreidimensionale Objekte, die beispielsweise mit
VRML erzeugt werden können. Auch sie werden
als normale Bildinhalte behandelt, zwischen denen
beispielsweise ein Schauspieler agieren kann. Verbesserte
Kodierungsschemata und Fehlerkontrollfunktionen erhöhen
sowohl die Qualität der Inhalte als auch die Übertragungsqualität.
Einsatzbereiche von MPEG-4 sollen sein: die Echtzeitkommunikation
(Bildtelefon), Überwachungssysteme, mobile multimediale
Dienste, die etwa über UMTS vermittelt werden,
digitales Fernsehen und DVD, digitaler Rundfunk und
interaktive Programme. |