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MPEG-2

[Abk. für Moving Pictures Experts Group, dt. »Expertengruppe für bewegte Bilder«]

MPEG-2 wurde ab 1993 als ISO/IEC 13818-1 eingeführt. Die Norm gliederte sich ursprünglich in zehn Teile, von denen jedoch nur die ersten drei als internationale Norm anerkannt sind. Teil acht wurde zurückgezogen, die restlichen gelten als noch nicht fertig gestellt. Die ersten fünf Teile behandeln dieselben Themen wie ihre Gegenstücke unter MPEG-1, die restlichen befassen sich mit zusätzlichen Fragen der Video- und Audiokompression, Decodern sowie Übertragungen in Echtzeit. MPEG-2 ist in der Lage bildschirmfüllende Filme in einer Qualität zu liefern, die diejenige von herkömmlichen Videos (VHS, SVHS) erreicht oder übersteigt. Allerdings benötigt sie ein Trägermedium, das mindestens 512 KByte/s übertragen kann, was von schnelleren CD-ROM- und DVD-Geräten erreicht wird. In MPEG-2 wird der Gedanke der Redundanzunterdrückung noch weiter ausgeführt als in MPEG-1, allerdings muss MPEG-2 zu MPEG-1 kompatibel bleiben. Ein Abspielgerät, das MPEG-2 unterstützt, muss also in der Lage sein, auch MPEG-1-Filme abzuspielen. Bei der Kompression der Daten wird einerseits nach kaum veränderten Bildinhalten gesucht, was bisweilen als Intrabildredundanz bezeichnet wird, beispielsweise eine Mauer. Zudem werden Bildelemente gesucht, die sich von Bild zu Bild rasch verändern (die sog. Interbildredundanz), etwa ein Ball, der von der Mauer abprallt.

Bei der Kompression werden zunächst diese Interbildredundanzen komprimiert, erst danach sind die Intrabildredundanzen an der Reihe. Beide komprimierten Sequenzen werden wieder in einen Datenstrom eingefügt, der erneut komprimiert wird. Die unterschiedlichen Bildinhalte verursachen dabei einen unterschiedlich großen Aufwand, sodass die Übertragungsrate pro Bild, gemessen in einem regelmäßigen Zeitraster, verschieden sein wird. Die Bilddaten werden daher zunächst in einem Puffer gehalten und entsprechend der Komplexität sortiert. Dann werden hier die am schnellsten wechselnden Szenen teilweise gefiltert, was die Kontinuität zwischen aufeinander folgenden Bildern erhöht, allerdings um den Preis eines geringen, oft noch tolerierbaren Qualitätsverlusts. Die Bildkompression erfolgt in MPEG-2 außerdem mit einem von mehreren unterschiedlichen Verfahren, das die jeweiligen Daten am besten komprimiert. Entsprechend müssen auch die Decoder all diese Kompressionsverfahren verstehen und beinhalten. Tests zeigten, dass MPEG-2 durchaus die in Studios geforderte Qualität erreichen kann. Zudem zeigte sich, dass die Anforderungen an MPEG-2 bereits ausreichen, um auch HDTV im MPEG-2-Format wiederzugeben, sodass der ursprünglich für HDTV vorgesehene Standard MPEG-3 mit MPEG-2 verschmolzen wurde.

Der Audioteil von MPEG-2 erweitert den in MPEG-1 vorgegebenen Bereich in mehreren Punkten, bleibt aber wie der Videoteil abwärts kompatibel zur älteren Definition. Zum einen wurden weitere Abtastfrequenzen zugelassen, die nun bei 16 kHz, 22,05 kHz und 24 kHz liegen. Dadurch verbesserte sich die Tonqualität bei niedrigen Übertragungsraten. In einer proprietären Erweiterung des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS) in Erlangen, als MPEG-2.5 bezeichnet, sind noch niedrigere Abtastfrequenzen bei 8kHz, 11,025kHz und 12kHz möglich. Dies wird aber nicht von allen Decodern unterstützt.

Des Weiteren umfasst MPEG-2 nun bis zu fünf Audiokanäle sowie einen zusätzlichen Kanal für tiefe Frequenzen. Dies ermöglicht beispielsweise die mehrsprachige Vertonung von DVDs. Schließlich wurde ein neues Kodierungsschema eingeführt, das vom IIS entwickelte AAC, das allerdings nicht zu MPEG-2 abwärts kompatibel ist. Es unterstützt zum einen mehr als fünf Audiokanäle, bietet also so etwas wie Zukunftssicherheit, der wesentliche Fortschritt sind jedoch eine höhere Zahl von Kodierungsmethoden, die den Daten noch besser als die bisherigen angepasst werden können und somit eine noch bessere Tonqualität liefern. Ebenfalls neu in MPEG-2 ist die Unterstützung von zwei Datentypen, die mit den binären Film- oder Tondaten übertragen werden können. Sie umfassen Informationen über das Video oder den Tonträger, können aber auch andere Arten von Hintergrunddaten übertragen. Sie werden als Service Information bezeichnet. Der zweite Datentyp wird Private Data genannt (dt. private Informationen) und enthält Daten, die nur für einen bestimmten Anwender oder eine bestimmte technische Ausstattung bestimmt sind. Durch sie lassen sich in einem digitalen Kabelfernsehen beispielsweise spezielle Programminformationen übertragen.

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Heather
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