[Abk.
für Moving Pictures Experts Group, dt. »Expertengruppe
für bewegte Bilder«]
MPEG-1 ist
als Standard in der Empfehlung ISO/IEC 11172 enthalten,
die in fünf als Layer bezeichneten Teilen
zwischen 1993 und 1998 veröffentlicht wurde.
Die Teile befassen sich mit systemtechnischen Fragen,
mit der Kompression von Videodaten, von Audio,
Kompatibilitätstests und Software-Simulationen.
Der Videoteil von MPEG-1 unterstützt Bildgrößen
von 525 und 625 Zeilen, also die in Europa und
den USA eingesetzten Fernseh- und Videoformate.
Die durch Kompression angestrebten Übertragungsraten
sollen mindestens 1,5 Mbit/s betragen, entsprechend
etwa 192 KByte/s, was selbst mit einfachen CD-ROM-Geräten
noch zu erreichen ist. Die Grundanforderungen entsprachen
den damals üblichen CD-ROMs, deren minimale Übertragungsrate
bei 150KByte/s lag. Sie zielten auch auf die damals
noch verbreitete Video-CD ab. Auch die Speicherung
der Filme auf Festplatte und das Übertragen
von der Festplatte sowie über das Internet
wurden durch MPEG-1 mit einheitlichen Bildformaten
möglich. Der Standard enthält mehrere
Methoden zur Bildkompression und
Übertragung, die in einer optimalen Kompressionsrate
zwischen 50:1 und 25:1 resultieren. Hierbei werden
zuerst die Bilder selbst komprimiert, dann wird aufgrund
der vorherigen sowie der folgenden Bilder eine Vorhersage über
bewegte Elemente getroffen, die ebenfalls komprimiert
wird. Diese komprimierten Datenblöcke werden
in einem Datenstrom zusammengefügt, der erneut
komprimiert wird.
Der
Audioteil von MPEG-1, der als MP3 bekannt gewordene
Layer 3, unterstützt maximal zwei Audiokanäle,
die mit Abtastraten von 32 kHz, 44,1 kHz oder
48 kHz verarbeitet werden können. Aufgrund
des revolutionär neuen Konzepts einer psychoakustischen,
sehr effektiven Datenreduktion konnte der Standard
v.a. im Internet zum führenden Konzept bei
der
Übermittlung von Audiodateien werden. »Psychoakustisch«
bedeutet, dass bestimmte Anteile des Klangspektrums,
die vom menschlichen Ohr nicht wahrgenommen oder
bei deren Fehlen unbewusst ergänzt werden, nicht
gespeichert werden. Üblicherweise sind außer
bei Menschen mit außergewöhnlich gutem
Gehör die Unterschiede zwischen dem reinen Klang
und dem komprimierten Klang schon bei Abtastraten
von 44,1 kHz nicht mehr zu hören, weshalb dies
unter anderem für die Übertragung von digitalem
Radio über terrestrische Sender und Satelliten
genutzt wird.
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