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MIDI

[Abk. für Musical Instrument Digital Interface, dt. »digitale Schnittstelle für Musikinstrumente«]

MIDI, ein bereits 1983 vereinbarter Standard für den Datenaustausch zwischen elektronisch steuerbaren Musikinstrumenten sowie zwischen Instrument und Computer. Ursprünglich wurde damit vor allem die Kommunikation zwischen Synthesizer und Mischpult geregelt, heute können mit Hilfsgeräten fast alle Musikinstrumente sowie PCs angesteuert werden. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ist die Erzeugung von MIDI-Daten an einem PC, die gespeichert oder an Verstärker und Lautsprecher geleitet werden können, sodass der User zum »Dirigenten am Schreibtisch« wird (Sequenzer). Dateien, die im MIDI-Format gespeichert wurden, tragen die Erweiterung .mid.

Der MIDI-Standard erlaubt 16 Kanäle, mit denen unterschiedliche Geräte gleichzeitig angesteuert werden können. Eine Erhöhung dieser Zahl wird durch die MIDI-Erweiterung XG ermöglicht (es gibt noch andere, weniger weit reichende MIDI-Erweiterungen, General MIDI, GSMIDI). Grundsätzlich hat jedes MIDI-fähige Gerät einen In- und einen Out-Anschluss. Mit dem In-Kontakt empfängt es Steuersignale, über Out werden die erzeugten Klangdaten an das Steuergerät gesendet. Zu diesen beiden Anschlüssen kommt oft noch ein Thru-Kontakt, der zur Weiterleitung von Signalen in einer MIDI-Gerätekette dient. Die Datenübertragung geschieht seriell, die Übertragungsgeschwindigkeit kann maximal 32 Kbit/s betragen. Es wird jeweils eine eigene Leitung für jede der beiden Datenflussrichtungen benutzt, und zwar sind dies i.d. R. fünfpolige Audio-DIN-Kabel (Stecker). Bei den zwischen MIDI-Geräten übertragenen Daten kann man zwei Arten unterscheiden, und zwar Systemnachrichten, die an alle angeschlossenen Instrumente gehen und u.a. der Synchronisation dienen, sowie Kanalnachrichten, die jeweils nur an eine Kanalnummer und damit ein Instrument gerichtet sind (bzw. von diesem gesendet werden).

Um mit MIDI arbeiten zu können, muss man nicht nur über ein MIDI-fähiges Musikinstrument verfügen, sondern auch bestimmte Hard- und Software-Anpassungen vornehmen. Ein PC benötigt eine MIDI-Steckkarte (Steckkarte) sowie Steuerungs-Software. Moderne Soundkarten wie der Soundblaster haben bereits eine eingebaute MIDI-Schnittstelle. Von historischem Interesse ist die Tatsache, dass der Atari ST Mitte der 1980er-Jahre praktisch der einzige serienmäßig MIDI-fähige Rechner war und damit lange Zeit als der Musikcomputer schlechthin galt selbst als die Firma Atari schon ums Überleben kämpfte.

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